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Elektrokamin Outdoor: Woran Sie ein Gerät für Garten und Balkon erkennen
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Inhalt 7 Abschnitte
Das Wichtigste zuerst: Ein normaler Elektrokamin gehört nicht nach draußen
Ein gewöhnlicher Elektrokamin ist ein Gerät für Innenräume. Die Hersteller schreiben das in ihre Anleitungen. In der Bedienungsanleitung des Klarstein-Elektrokamins „Vienna“ steht wörtlich: „Verwenden Sie das Gerät nicht im Freien.“ Die Anleitung des Modells „Elbrus“ sagt dasselbe. Ein solches Gerät gehört weder auf die Terrasse noch auf den Balkon oder in den Garten, auch nicht für einen einzelnen Abend.
Wer draußen Wärme möchte, braucht ein Gerät, das der Hersteller ausdrücklich für den Außenbereich freigibt. Diese Freigabe steht in der Bedienungsanleitung und im Datenblatt. Ein Produktname mit „Outdoor“ oder ein Bild auf einer Terrasse ersetzt sie nicht. Die Außengeräte, die wir unten als Beispiele nennen, sind Terrassenheizer und Heizstrahler, keine Elektrokamine.
Woran Sie ein Gerät für draußen erkennen
- Freigabe in der Anleitung: Die Anleitung nennt den Außenbereich als vorgesehenen Einsatzort. Beim Terrassenheizer „Gold Bar Shine“ von Blumfeldt heißt es etwa: „Dieses Gerät darf ausschließlich im Außenbereich verwendet werden.“
- Schutzart (IP-Code): Der IP-Code nach DIN EN 60529 beschreibt, wie gut ein Gehäuse geschützt ist. Die zweite Ziffer steht für den Schutz gegen Wasser: 4 bedeutet Schutz gegen Spritzwasser, 5 Schutz gegen Strahlwasser. Ein Beispiel aus einem Herstellerdatenblatt: Den Heizstrahler „Heliosa 11“ gibt es für Außenbereiche mit der Schutzart IPX5, im Datenblatt erklärt als „strahlwassergeschützt“. Dasselbe Datenblatt nennt auch Ausführungen ohne IPX5. Maßgeblich ist also die Schutzart des einzelnen Modells, nicht die Serie.
- Die Grenzen der Freigabe: Auch ein Außengerät ist nicht für jedes Wetter gemacht. Die Blumfeldt-Anleitung verlangt, das Gerät nicht über längere Zeit der Witterung auszusetzen, es keinem direkten Sonnenlicht auszusetzen und es nicht in feuchten Umgebungen oder in der Nähe von Wasser oder Pools zu betreiben. Diese Grenzen gelten zusätzlich zur Schutzart.
Unser Rat dazu: Ein Außengerät ist kein Gerät, das dauerhaft im Regen steht. Schalten Sie es bei Regen aus, ziehen Sie den Stecker und räumen Sie es weg, wenn die Anleitung nichts anderes sagt. Nennt das Datenblatt weder eine Freigabe für draußen noch einen IP-Code, ist das Gerät für draußen nicht ausgewiesen. Dann bleibt es im Haus.
Der Stromanschluss im Außenbereich
Steckdosen bis 32 Ampere, die für die Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind, müssen nach DIN VDE 0100-410 (Ausgabe 2018-10, Abschnitt 411.3.3) über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung geschützt sein, also über einen FI-Schutzschalter (RCD) mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom. Das betrifft auch die Außensteckdose am Haus. Die Norm nennt außerdem Endstromkreise mit fest angeschlossenen ortsveränderlichen Geräten im Außenbereich. Eine Ausnahme sieht sie nur für den gewerblichen Bereich vor; im privaten Bereich gilt sie nicht.
- Geeignete Außensteckdose: Stecken Sie ein Außengerät nur in eine Steckdose, die für den Außenbereich geeignet ist. So verlangt es auch die Blumfeldt-Anleitung.
- Kein Verlängerungskabel: Die Blumfeldt-Anleitung rät davon ab, weil Verlängerungskabel überhitzen und zur Brandquelle werden können. Die Anleitung des Klarstein „Vienna“ schließt Verlängerungskabel ganz aus.
- Fachkraft fragen: Ob Ihre Außensteckdose mit einem FI-Schutzschalter abgesichert ist, und wie eine neue Außensteckdose angeschlossen wird, klärt eine Elektrofachkraft.
Aufstellen und Betreiben
- Abstände aus der Anleitung: Halten Sie die Abstände zu Pflanzen, Stoffen, Möbeln und Wänden ein, die der Hersteller für Ihr Gerät nennt. Sie unterscheiden sich von Modell zu Modell.
- Nicht unter der Steckdose: Ein Wandgerät wie der Blumfeldt-Heizer darf laut Anleitung nicht direkt unterhalb einer Steckdose montiert werden.
- Kein automatisches Einschalten: Die Blumfeldt-Anleitung warnt davor, das Gerät mit einem Timer oder einer anderen Vorrichtung zu betreiben, die es selbsttätig einschaltet, weil ein abgedecktes oder falsch positioniertes Gerät dann Feuer fangen kann.
- Kinder: Laut derselben Anleitung halten Sie Kinder unter drei Jahren vom Gerät fern. Kinder zwischen drei und acht Jahren dürfen es nur ein- und ausschalten, wenn es richtig aufgestellt ist und sie eingewiesen wurden; einstecken, regeln und reinigen dürfen sie es nicht.
Gartenhaus und Wintergarten
Ob ein Gartenhaus oder ein Wintergarten als Aufstellort für einen Elektrokamin in Frage kommt, entscheidet die Anleitung des Geräts. Die Klarstein-Anleitungen nennen als Einsatzort den Hausgebrauch beziehungsweise den Haushalt und ähnliche Umgebungen. Steht in der Anleitung nichts zu Ihrem Aufstellort, bleibt der Elektrokamin im Wohnraum. Unser Rat: Auch die Zuleitung in ein Gartenhaus sollte eine Elektrofachkraft prüfen.
Quellen
- Klarstein (Chal-Tec GmbH): Bedienungsanleitung Elektrischer Kamin „Vienna“, Artikel 10033112, und „Elbrus“, Artikel 10037971. Abgerufen am 27.10.2026: Vienna, Elbrus
- Blumfeldt (Chal-Tec GmbH): Bedienungsanleitung Terrassenheizer „Gold Bar Shine“, Artikel 10034208. Abgerufen am 27.10.2026: Anleitung
- Zajadacz: Datenblatt Heizstrahler „Heliosa 11“. Abgerufen am 27.10.2026: Datenblatt
- DKE: Erläuterungen zum Konzept der Norm DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10, Abschnitt 411.3.3. Abgerufen am 27.10.2026: Normauslegung
- BGN Branchenwissen, ASI 3.10 „Elektrischer Strom“, Kapitel 4 „Schutzarten (IP-Code)“ nach DIN EN 60529. Abgerufen am 27.10.2026: Schutzarten
Häufige Fragen zu Elektrokaminen im Freien
Darf ich einen normalen Elektrokamin auf die Terrasse oder den Balkon stellen?
Nein. Hersteller schließen den Betrieb im Freien aus; in der Anleitung des Klarstein-Elektrokamins „Vienna“ steht wörtlich: „Verwenden Sie das Gerät nicht im Freien.“ Draußen gehört nur ein Gerät, das der Hersteller ausdrücklich für den Außenbereich freigibt.
Welche Schutzart braucht ein Gerät für draußen?
Die Schutzart, die der Hersteller für den Außeneinsatz angibt. Sie steht als IP-Code im Datenblatt des einzelnen Modells. Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser nach DIN EN 60529: 4 steht für Spritzwasser, 5 für Strahlwasser. Fehlt der IP-Code, ist das Gerät für draußen nicht ausgewiesen.
Brauche ich für die Außensteckdose einen FI-Schutzschalter?
Ja. Für Steckdosen bis 32 Ampere, die von Laien und zur allgemeinen Verwendung genutzt werden, verlangt DIN VDE 0100-410 (Ausgabe 2018-10, Abschnitt 411.3.3) eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit höchstens 30 mA. Ob Ihre Außensteckdose so geschützt ist, prüft eine Elektrofachkraft.
Kann ich ein Verlängerungskabel verwenden?
Besser nicht. Die Anleitung des Terrassenheizers „Gold Bar Shine“ von Blumfeldt rät davon ab, weil Verlängerungskabel überhitzen und zur Brandquelle werden können. Die Anleitung des Klarstein-Elektrokamins „Vienna“ schließt Verlängerungskabel ganz aus.
Darf ein Elektrokamin ins Gartenhaus?
Das entscheidet die Anleitung des Geräts. Klarstein nennt als Einsatzort den Hausgebrauch beziehungsweise den Haushalt und ähnliche Umgebungen. Steht in der Anleitung nichts zu Ihrem Aufstellort, bleibt der Elektrokamin im Wohnraum.
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